Fachschaft evangelische Religion

Am PG wird Religion in allen Klassenstufen in einer wöchentlichen Doppelstunde unterrichtet, nur in der 8. Klasse ist der Unterricht einstündig.

Etwa ein Fünftel unserer Schülerinnen und Schüler sind evangelisch, so dass in jeder Klassenstufe die evangelischen Kinder zu einer Lerngruppe zusammengefasst werden, die die ganze Schulzeit, also acht Jahre lang, in dieser Zusammensetzung bestehen bleibt. Am evangelischen Religionsunterricht nehmen aber auch oft Schülerinnen und Schüler teil, die keiner der beiden großen Kirchen angehören.

In der Kursstufe (Klasse 11/12) besteht die Möglichkeit, Religion als Neigungsfach mit vier Wochenstunden zu wählen. Dieses Neigungsfach wird konfessions- und schulübergreifend angeboten, d.h. evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler aller drei Ellwanger allgemeinbildenden Gymnasien lernen und diskutieren abwechselnd am Hariolf, Peutinger oder in St. Gertrudis.

Senfkorn-Gleichnis Gruppenarbeit zum Gleichnis vom Senfkorn der Jahrgangsstufe 6, Oktober 2009, E. Schuster

Religion ist gemäß Grundgesetz und der Baden- Württembergischen Landesverfassung ordentliches, d. h. zur Versetzung zählendes Lehrfach, dessen Inhalte jedoch nicht vom Staat, sondern von den beiden Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg verantwortet werden.

Daraus ergeben sich für uns die besonderen Aufgaben und Ziele des evangelischen Religionsunterrichts:

Wir wollen im evangelischen RU Kinder und Jugendliche bei ihrer Suche nach Orientierung und Lebenssinn in einer zunehmend pluralen Gesellschaft begleiten, d.h. wir sehen unsere Aufgabe nicht nur darin über den christlichen Glauben und seine Traditionen sowie über andere Religionen zu informieren, sondern die Heranwachsenden auch mit dem christlichen Glauben als Einstellung, Haltung und Lebenspraxis in Berührung zu bringen. Das Ringen um Antworten auf die Fragen nach dem eigenen Ich, nach Glaube, Tradition und Zukunft, nach der Wahrheit und dem rechten Handeln prägen dabei unsere religionspädagogische Arbeit.

Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang das Compassion-Projekt, ein einwöchiges Sozialpraktikum unserer Schülerinnen und Schüler der 10. Klassenstufe in einer sozialen Einrichtung, das von beiden Religions-Fachschaften gemeinsam mit der Fachschaft Ethik vorbereitet, betreut und durchgeführt wird.

Auch der Schulalltag wird von den beiden Religionsfachschaften durch Lerngänge, Andachten und gemeinsam vorbereitete und gehaltene ökumenische Gottesdienste am Anfang und Ende des Schuljahres, zum Abitur und zu den Hauptfesten des Kirchenjahres mitgestaltet.

Ziel unserer religionspädagogischen Arbeit ist, die religiöse Kompetenz unser Schülerinnen und Schüler fördern, nämlich ihre Fähigkeit die Vielgestaltigkeit von Wirklichkeit kritisch wahrzunehmen und theologisch zu bedenken, christliche Deutungen mit anderen Deutungen zu vergleichen, sich der Frage nach der Wahrheit zu stellen, eigene Positionen zu entwickeln und zu vertreten und anderen tolerant zu begegnen. Dazu gehört auch die Fähigkeit sich auf religiöse Ausdrucksformen und Sprachformen einzulassen und sie mitzugestalten.

Die so umrissene religiöse Kompetenz verstehen wir als wesentlichen Aspekt einer umfassenden allgemeinen Bildung.

Eva Schuster

 

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