English Theatre

"The Slug In The Shoe"

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"The Promised Land"

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Zur Website des "Whitehorse Theatre"

Englisches Schultheater am PG

Zum zweiten Mal gastierte das White Horse Theatre am PG und zeigte zwei großartige Vorstellungen in englischer Sprache. Diesmal war das Speratushaus der Aufführungsort. In dem dortigen großen Saal mit Bühne kam für die insgesamt über 400 Schüler und Schülerinnen, die die beiden Vorstellungen sahen, eine tolle Theateratmosphäre auf.

Zwei Hochbetten und zwei Stühle vor einem Bühenbild in leuchtendem Orange, das die Wohnungseinrichtung zeigte, waren alles, was die vier Schauspieler brauchten, um das erste Stück, The Slug in the Shoe (Die Nacktschnecke im Schuh), für die 5.-7.-Klässler voll überzeugend in Szene zu setzen.

In dem Stück ging es um die sich anbahnende Love-Story zweier Single-Eltern, die ihre pubertierenden Kinder zu sabotieren versuchen. Die Kinder inszenierten für ihre Eltern eine peinliche Situationen nach der anderen, natürlich sehr zur Erheiterung des gebannt zuschauenden Publikums. Zum Beispiel setzten die Kinder heimlich eine Nacktschnecke in den Schuh der Mutter, als die es sich gerade während des nächtlichen Rendevouz mit dem allein erziehenden Vater, ihrem Nachbarn, in dessen Wohnung schön bequem machte. Als die Mutter ihren Schuh wieder anzog, stieß sie auf das glibberische Etwas und fand danach ihren Angebeteten gar nicht mehr so attraktiv und auch nicht mehr seine Wohnung, die dank der Vorbereitungen der Kinder einen sehr verwahrlosten Eindruck machte. Doch allen Manövern der Kinder zum Trotz, siegte am Ende doch die Liebe und aus den beiden halben Fami-lien wurde am Ende eine ganze Patchwork-Familie.

Mehrmals bezogen die ausgesprochen engagiert spielenden Schauspieler das junge Publikum mit ein und sorgten dafür, dass sich ihr Spaß am Schauspiel auf alle Besucher übertrug.

In dem zweiten Stück, Promised Land (Das gelobte Land), für die 8.-10.-Klässler ging es um eine junge kosovarische Asylbewerberin in England, die in die Fänge einer rassistischen Jugend-Gang gerät.

Beeindruckend waren hier die Auftritte der Gang, insbesondere ihre aggressive Sprache, ihr höhnisches Gelächter, ihre furchteinflößende Brutalität, alles vor dem Hintergrund einer düsteren, heruntergekommenen Wohnsiedlung, der Gough Street.

Ein Eisengestell fungierte in diesem Stück multifunktional: Mal als Gefängnis, mal als Theke in einer Polizeistube und vor allem, auseinandergenommen und in einzelne Eisenstangen zerlegt, als Waffen der Gang. Wenn die Halbstarken in wilden Kämpfen diese Eisenstangen einanderschlugen und ohrenbetäubende, metallische Geräusche durch den Saal hallten, war die Bedrohung, die von ihnen ausging, für alle spürbar. Schlimmer noch, die junge Asylbe-werberin wurde mit diesen Stangen zusammengeschlagen. Doch diese lässt sich nicht unterkriegen und schafft das Unmögliche: Sie kann zumindest zwei der Gang-Mitglieder für sich gewinnen, in dem sie geduldig an ihre Mitmenschlichkeit appelliert und sie über die politischen Zusammenhänge aufklärt, die dazu führten, dass sie um politisches Asyl in England bitten musste.

Am Ende war begeisterter Applaus der Dank für zwei Stunden beeindruckende und unterhaltsame Schauspielkunst.


Anke Barth-Gerhardt

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