Jugend schnitzt Vergangenheit: 20 Geschichtsstelen bereichern Ellwangens LGS
icon.crdate07.05.2026
Anfang Mai fand eine Eröffnung der handgeschnitzten Geschichtsstelen des Peutinger-Gymnasiums auf der Landesgartenschau statt. 60 Schülerinnen und Schüler haben vier Jahre lang unter dem Motto „Jugend schnitzt Vergangenheit” historische Szenen von der Keltenzeit bis ins 20. Jahrhundert in Eichenholz graviert. 16 Schülerinnen und Schüler erweiterten das Projekt um einen Audioguide, der Besuchern der Landesgartenschau zu jeder Stele die passende Geschichte erzählt.
Bei der Eröffnung auf dem LGS-Gelände nannte Oberbürgermeister Michael Dambacher die Stelen „Orte des Nachdenkens, Lernens und Erinnerns”. Die Stadt Ellwangen hatte das langjährige Vorhaben auf großzügige Weise unterstützt: Sie spendete die 16 Eichenstämme für das Projekt. Die Vorbereitungen und die Bearbeitung der Stelen fand im Alamannenmuseum statt, wo die Schüler die regionale Geschichte vor Ort erkunden konnten und vom dortigen Leiter Andreas Gut fachlich unterstützt wurden. Künstlerisch-technische Unterstützung kam neben der Kunstlehrerin Silke Schwab-Krüger vom Bildhauer Werner Kowarsch, der den Jugendlichen ehrenamtlich den Umgang mit Hammer und Stechbeitel beibrachte.
Einmal pro Woche wurde geübt, ab Dezember 2022 ging es an die Eichen. Die Leitfrage von Anfang an lautete: „Wie wollen wir regionale Geschichte greifbar machen?“ , so entstand die Idee für die Eichenstelen. Für viele Schüler war die Aktion eine Bereicherung. „Ich habe meine Heimatstadt anders zu betrachten gelernt“, sagt Teilnehmer Jens Frankemöller. Die Gruppe fand sich jede Woche für ein bis zwei Stunden im Freien zum Schnitzen zusammen - für ihn ein guter Ausgleich nach dem Homeschooling in der damaligen Corona-Zeit. Auch für die Schülerin Eva Uhl war diese Zeit besonders prägend: Durch die gestalterische Arbeit entdeckte sie ihr künstlerisches Interesse und entschied sich für den Kunst-Leistungskurs. Insgesamt berichten viele Schüler über eine interessante, aber auch körperlich durchaus herausfordernde Lerneinheit.
Doch das Projekt blieb nicht beim reinen Holzschnitzen. Eine Gruppe von 16 Schülern erweiterte die Aktion um eine audiovisuelle Komponente: Sie erstellten im Rahmen eines Seminarkurses einen Audioguide. Dazu gehörte das Verfassen von Texten, das Üben und Einsprechen von Inhalten. Das Podcast-Team Schwabenfilm Stuttgart nahm die Beiträge professionell auf, die nun über QR-Codes abgerufen werden können. So wird jeder Stele eine Geschichte eingehaucht, die zwischen optischer und akustischer Ebene eine Verbindung herstellt. Der Seminarkurs wurde begleitet von Dr. Michael Hoffmann und Jochen Mayer.
Unterstützung erhielten die Projekte außerdem vom örtlichen Geschichts- und Altertumsverein sowie der Schulleiterin des Peutinger-Gymnasiums Stella Herden, die sich bei der Einweihung begeistert zeigte über den Detailreichtum der Stelen.
Die Kunstwerke bleiben über die Landesgartenschau hinaus erhalten – im Idealfall bis zu 30 Jahre, denn Eichenholz ist langlebig. Wer sie sehen möchte, findet sie an der 48. Station der Landesgartenschau in Ellwangen. Die Stelen stellen somit ein Verbindungsglied von Vergangenheit und Zukunft dar.
Text: Nelly Agathangelidis, Sarah Begerow, David Clemens (10b)





