PG goes Space Teil II: (Fast) schon ein kleines Raumfahrtprogramm
icon.crdate19.05.2026
Unsere NWT-Kurse aus Klasse 8 haben im Rahmen ihrer Luft- und Raumfahrt-Sequenz Anfang Mai an einem Raketenflugwettbewerb der Firma EurA teilgenommen und dabei durch mehrere erfolgreiche Raketen-Projekte ihr Können unter Beweis gestellt. Die Entwicklung der Raketen schloss an die Space Days im März an, bei denen der Schwerpunkt auf Programmierarbeit lag. Nun war das Ziel die Entwicklung einer Wasserdruckrakete, um am Raketenflugwettbewerb der Firma EurA am 2. Mai teilzunehmen.

Mit ziemlichem Entwicklungseifer ausgestattet und unterstützt von ihren Lehrkräften Ines Abumustafa, Lars Lehmann und Felix Riesterer, entschieden sich alle Teilnehmenden gleich für einen Start in der höchsten Kategorie, der „offenen Klasse“, wo es nur noch zwei Beschränkungen gab: Die Rakete durfte – mit Wasser voll betankt – nicht schwerer als 3000g sein und musste einen Korken mit Fahrradventil zur Befüllung nutzen.
Nach zwei Tagen Entwicklungsarbeit und Testflügen, die nicht nur einmal die Raketen auf das Dach des PG fliegen ließen, gab es am dritten Tag eine Exkursion zum School-Lab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR nach Lampoldshausen bei Heilbronn.
Dort finden nicht nur die Testläufe für alle Triebwerke der Ariane-Raketen statt, sondern es werden auch modernste Triebwerkstechnologien entwickelt und erprobt. Das ganze übrigens oft sehr umweltfreundlich und nachhaltig, da die benötigten Raketentreibstoffe Wasserstoff und Sauerstoff per Elektrolyse vor Ort gewonnen werden. Den dafür benötigten Strom liefern die Windkraftanlagen in der Umgebung.

Dieses und vieles mehr zu den Themen Vakuum, Forschung im freien Fall und Leben auf der ISS erfuhren unsere Schülerinnen und Schüler in einem ganztägigen Programm. Noch kurz vor dem Raketenflugwettbewerb besuchten sechs NwT-Kurse der Jahrgänge 8-11 die Ausstellung „All.täglich“ in den Räumen der EurA AG und informierten sich darüber, wie sehr sich Raumfahrt schon in unserem täglichen Leben findet.
Wetter-, Kommunikations- und Navigationssatelliten mögen noch die naheliegendsten Beispiele sein aber dass z.B. jedes Ceran-Kochfeld und jede moderne Gleitsichtbrille auf Entwicklungen für Forschungssatelliten zurückgeht, dürfte den meisten neu sein.
Und dann kam der 2.Mai – unser Starttermin und damit die Aufregung, ob unsere Raketen wohl funktionieren und fliegen würden.
Eine schöne Überraschung war, dass die Klasse 5c mit Herrn Maimer ganz unbemerkt ihre eigene Rakete gebaut hatte und in der Klasse II – „Rakete mit Landefallschirm“ – angetreten ist.
Damit brachte das PG ingesamt vier Raketen auf die Startrampe.
Das sei vorab verraten: Alle funktionierten auf Anhieb und flogen fantastisch! Eine Zuverlässigkeit, die schon fast an SpaceX erinnert.
Die Rakete der 5c flog in ihrer Klasse auf Platz 2 und war die einzige, deren Fallschirm sich vor der Landung vollständig entfaltete. Leider tat er das etwas zu früh, was die Flugweite begrenzte und die Chance auf den Sieg leider zunichte machte.
Die drei Raketen unserer NwT-Gruppen von Frau Abumustafa flogen auf die Plätze 2, 3 und 4. Die höchste Flugweite betrug immerhin 85 m !
Die siegreiche Rakete kam mit 87 m nur um 2m weiter und das nur aufgrund eines Startsystems, auf dass unsere Raketenbauer nach genauer Lektüre der Startbedingungen verzichtet hatten, da sie sonst eine Disqualifikation befürchteten.
Mit nur vier Raketenstarts konnte das PG dreimal auf das Siegerpodest steigen und die großzügigen von der Firma EurA gestifteten Gewinne für die Kurs- bzw. Klassenkassen entgegennehmen.
Unser Dank geht an die Firma EurA nicht nur für die großzügigen Preisgelder sondern auch für einen wirklich gelungenen und spannenden Tag und die informativen Führungen durch ihre faszinierende Ausstellung mit Exponaten, die so nicht unbedingt wieder zusammen zu besichtigen sein werden.
Außerdem gibt es noch Neuigkeiten von der Astro-Pi-Challenge, bei der die Teilnehmer Programmcodes haben bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA eingereicht haben: Diese haben mittlerweile den Flight-Status erhalten, das heißt, dass die Codes in Ordnung und funktionstüchtig sind und demnächst auf den Astro-Pi-Rechnern an Bord der Internationalen Raumstation ISS laufen werden! Bald wird es also heißen: PG goes ISS!
Text und Fotos: Lars Lehmann




