Das Peutinger-Gymnasium verabschiedet Schulleiterin Stella Herden
icon.crdate23.07.2026
Mit einer ebenso würdevollen wie persönlichen Feier hat das Peutinger-Gymnasium seine Schulleiterin Stella Herden nach vierzig Jahren im Schuldienst und zwanzig Jahren am PG in den Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche Gäste aus Schule, Stadt, Schulverwaltung und dem privaten Umfeld kamen zusammen, um einer Persönlichkeit zu danken, die das Peutinger-Gymnasium in den vergangenen zwei Jahrzehnten und insbesondere in den letzten neun Jahren als Schulleiterin entscheidend geprägt hat. Sie tritt zum 1. August 2026 ihren Ruhestand an.
Bereits vor Beginn der offiziellen Feier sorgte die Schulgemeinschaft für einen ebenso überraschenden wie bewegenden Auftakt. Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Lehrkräfte versammelten sich zu einem fröhlichen, perfekt vorbereiteten und doch angenehm spontan wirkenden Tanz-Flashmob. Mit viel Begeisterung, sichtbarer Freude und großem Applaus wurde Stella Herden auf diese Weise empfangen – ein herzliches Zeichen der Verbundenheit, das den Ton für die gesamte Veranstaltung setzte.
Durch das abwechslungsreiche Programm führte der eloquente Patrik Lutz. Mit großer Souveränität verband er Moderation, literarische Impulse und dramaturgische Elemente zu einer stimmigen Gesamtkomposition. Dabei spannte er immer wieder den Bogen von der über 360-jährigen Geschichte des Peutinger-Gymnasiums zu Stella Herdens Wirken und machte deutlich, dass auch sie nun Teil dieser langen Tradition geworden ist.


Musikalisch gestaltet wurde die Feier von der Big Band mit Lehrerband und Peter Freimuth unter der Leitung von Bernhard Schwarz, dem Unterstufenchor von Tanja Gold-Hagel sowie der ehemaligen Schülerin Mona Weingart am Akkordeon. Sie verliehen der Veranstaltung einen festlichen und zugleich herzlichen Rahmen.



Die Vielzahl der Grußworte machte deutlich, welche Wertschätzung Stella Herden in der Schulgemeinschaft und darüber hinaus genießt. Für das Regierungspräsidium Stuttgart würdigte Thomas Hölz, Leiter des Referats für allgemeinbildende Gymnasien, ihren außergewöhnlichen beruflichen Weg. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vorgängers Hans-Bernd Hirschmiller habe sie 2017 praktisch ohne Vorbereitungszeit Verantwortung übernommen und die Schulgemeinschaft mit großer Empathie, Verlässlichkeit und innerer Ruhe durch viele Herausforderungen geführt. Es folgten Jahre, die von tiefgreifenden Veränderungen geprägt waren: die Corona-Pandemie und damit einhergehende, Digitalisierung, die Rückkehr zu G9 und zuletzt die Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz. All diese Entwicklungen habe Herden mit Augenmaß gestaltet und dabei zugleich den humanistischen Wertekompass des Peutinger-Gymnasiums bewahrt. Mit herzlichem Dank, auch im Namen von Ministerpräsident Cem Özdemir, überreichte er ihr die Abschiedsurkunde des Landes Baden-Württemberg.
Auch Ellwangens Erster Bürgermeister Volker Grab dankte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Er hob besonders hervor, dass Stella Herden die Interessen ihrer Schule stets engagiert vertreten, dabei aber nie den Blick für das Ganze verloren habe. Ihre Bereitschaft, gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen, habe sie zu einer verlässlichen Partnerin des Schulträgers gemacht.
Joseph Ott sprach ihr als geschäftsführender Schulleiter die besten Wünsche für die Zukunft aus und bedankte sich herzlich für die jahrelange enge Zusammenarbeit der Schulen.


Die Verbundenheit mit der Schulgemeinschaft spiegelte sich auch in den Beiträgen der schulischen Gremien wider. Für das Kollegium blickten die ÖPR-Vorsitzenden Jochen Mayer und Silke Schwab-Krüger auf zwei Jahrzehnte im Kollegium zurück. Sie erinnerten an die schwierigen Jahre der Pandemie, an zahlreiche Modernisierungsschritte und an Stella Herdens Fähigkeit, Menschen zu Kompromissen zu bringen, Vertrauen zu schenken und Veränderungen mit Optimismus zu gestalten. Als Geschenk überreichten sie unter anderem ein eigens am Peutinger-Gymnasium gefertigtes Vesperbrett mit eingelasertem Schulgebäude sowie eine moderne Interpretation der traditionellen "PG-Klinge": Aus ihr war ein Segelschiff geworden – Sinnbild für Aufbruch, frischen Wind und den Wunsch nach vielen erfüllten Reisen im neuen Lebensabschnitt. Gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Jana Weiß präsentierten sie eine von der Schulgemeinschaft selbst gestaltete Patchworkdecke, auf der sich alle Klassen und Akteure der Schule verewigt haben.
Für die SMVdankten Josefine Widmann und Chiara Barraco für die stets offene und unterstützende Zusammenarbeit. Viele Ideen und Aktionen der SMV seien durch Stella Herdens Vertrauen und ihre Ermutigung überhaupt erst möglich geworden. Barbara Hauf sprach im Namen des Elternbeiratsden Dank der Elternschaft für die jederzeit konstruktive und wertschätzende Zusammenarbeit aus. Für den im Frühjahr gegründeten Fördervereinblickte Astrid Koke mit Freude auf die bereits begonnene Zusammenarbeit zurück und verband ihren Dank mit der Hoffnung, Stella Herden auch künftig im Verein verbunden zu wissen.


Ein besonders persönliches Geschenk gestaltete Kunstlehrer Gerhard Stock. In einer eigens geschaffenen Bilderreihe gestaltete er den Vornamen "STELLA" aus Pflanzen und Blumen, um das herum Patrik Lutz geschickt seine Moderation gestaltete: Lavendel für Gelassenheit und Ausgeglichenheit, Tulpen für Mut und Aufbruch, Sonnenblumen für Optimismus, Rosen für Wertschätzung, die Eiche für Stärke und Verlässlichkeit und schließlich das Vergissmeinnicht als Symbol dafür, dass Stella Herden untrennbar mit dem Peutinger-Gymnasium verbunden bleiben wird.
Auch Stella Herdens eigener Lebensweg wurde an diesem Tag gewürdigt. 1960 im niederländischen Geldrop geboren, führte sie ihr Weg über Hamburg, Marburg und das Studium in Freiburg schließlich auf die Ostalb. Nach Stationen am Ostalb-Gymnasium Bopfingen und am Hariolf-Gymnasium wechselte sie 2006 an das Peutinger-Gymnasium, wurde 2010 Abteilungsleiterin, 2017 stellvertretende Schulleiterin und übernahm noch im selben Jahr unter außergewöhnlichen Umständen die Leitung der Schule. Seit 2018 stand sie dem Peutinger-Gymnasium offiziell als Schulleiterin vor.

In ihrer Abschiedsrede richtete Herden den Blick bewusst nach vorn. Angesichts rasanter technologischer Entwicklungen sei die entscheidende Frage nicht, wie intelligent Maschinen würden, sondern wie menschlich wir blieben. Schule müsse deshalb mehr sein als ein Ort der Wissensvermittlung. Empathie, kritisches Denken, Kreativität, Verantwortung und der respektvolle Umgang miteinander seien die Fähigkeiten, die eine demokratische Gesellschaft auch in Zukunft tragen würden. "Wissen allein macht noch keine Gemeinschaft", betonte sie. Und mit einem Gedanken, der vielen Gästen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte, schloss sie ihre Rede: "KI kann Gefühle erkennen, aber sie empfindet nicht."
Beim anschließenden Stehempfang, der von Schülerinnen und Schülern organisiert wurde, blieb noch viel Zeit für persönliche Gespräche, Erinnerungen und gute Wünsche.
Das Peutinger-Gymnasium verabschiedet mit Stella Herden nicht nur seine erste Schulleiterin, sondern eine Persönlichkeit, die die Schule mit ihrer Menschlichkeit, ihrer Zuversicht und ihrem Vertrauen in andere Menschen nachhaltig geprägt hat. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz danken wir ihr von Herzen und wünschen ihr für den neuen Lebensabschnitt Gesundheit, Zeit für Familie und Freunde, viele schöne Reisen, frischen Wind in den Segeln – und stets gute Erinnerungen an ihre nicht nur berufliche Heimat, das PG.








